Leitbild der DAJU

Das Bistum St. Gallen setzt auf Jugendarbeit. Deshalb engagiert sich die DAJU als Fachstelle kirchliche Jugendarbeit des Bistums St. Gallen seit 1991 im  Aufbau und in der Förderung der kirchlichen Jugendarbeit. Das Engagement geschieht in enger Zusammenarbeit und in abgesprochener Aufgabenteilung mit den Animationsstellen kirchliche Jugendarbeit (akj) in den Dekanaten. (vgl. Richtlinien kirchliche Jugendarbeit des Bistums St. Gallen)

 

Auftrag

Die DAJU als Fachstelle kirchliche Jugendarbeit des Bistums St. Gallen unterstützt und fördert die Jugendarbeit und Firmung ab 18 mit Weiterbildungen, Fachtagungen, Vernetzung, Beratung und konzeptioneller Arbeit. Das DAJU Team steht den verschiedenen Mitarbeitenden in der kirchlichen Jugendarbeit mit ihrem Angebot zur Verfügung.

 

Grundhaltungen

A. Subjektwerdung in Gemeinschaft

Ansatzpunkte kirchlicher Jugendarbeit sind die Lebenssituationen junger Menschen in unserer Gesellschaft. Primäres Ziel ist die individuelle, soziale, gesellschaftliche und religiöse Persönlichkeitsentfaltung – der freie kontaktfähige, engagierte, kritische, selbst- und verantwortungsbewusste Mensch. (St. Galler Synode 1972) Um dieses Ziel zu erreichen, fördert die DAJU einen hohen partizipativen Ansatz in der kirchlichen Jugendarbeit.

 

B. Diakonie

Jugendarbeit sieht sich im Dienst der Jugendlichen in der Gesellschaft und in der Kirche. Sie ist ein Dienst am einzelnen jungen Menschen und zugleich ein Dienst an der Gesellschaft, deren Schicksal davon abhängt, wie die Generationen miteinander leben und zu arbeiten verstehen. So versteht die Kirche ihre Jugendarbeit auch als gesellschaftliche Diakonie. (Würzburger Synode 1972) Die DAJU setzt sich ein für diese breite diakonische Orientierung in der Jugendarbeit.

 

C. Mystagogie

Die achtsame Hinführung zum Geheimnis, das dem Leben zugrunde liegt, gilt im Bistum St. Gallen als zentrale spirituelle Grundhaltung für die Begleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Jugendliche können durch eine mystagogische Begleitung die eigene Identität mit deren spirituellem Gehalt (neu) kennen lernen. Die DAJU bietet Gefässe, in welchen Jugendarbeitende eine mystagogische Grundhaltung entdecken und vertiefen können.

 

D. Personales Angebot

Das zentrale Instrument kirchlicher Jugendarbeit ist die autentische, profilierte und animative Persönlichkeit der/des Jugendarbeitenden. Die DAJU bietet die Möglichkeit, das persönliche Profil zu reflektieren und zu schärfen. Sie vermittelt auch aktuelle und altersgerechte Methoden für ein gelingendes, animatives Arbeiten.

 

Qualitätssicherung

Die DAJU strebt für seine Angebote eine hohe Qualität an und geht auf neue Kundenbedürfnisse ein. Daher werden alle Kurse laufend evaluiert und weiterentwickelt. Das Qualitätsmanagement System der DAJU ist durch das Schweizerische Qualitätszertifikat eduQua des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie zertifiziert. Zudem erfüllt die DAJU die inhaltlichen Vorgaben nach ForModula und ist akkreditiert im Ausbildungsverbund Jugendarbeit-TBI.

 

Ökumene und Vernetzung

Die Jugendarbeit im Bistum St. Gallen ist in einem hohen Mass ökumenisch verwoben. Die DAJU fördert die ökumenische Grundhaltung durch eine enge Zusammenarbeit mit der evangelischen Partnerstelle. Auch die Vernetzungen mit anderen Jugendfachstellen in den Kantonen St. Gallen und Appenzell sowie in der Deutschschweiz haben hohe Priorität.

Die DAJU ist Mitglied im Deutschschweizer Jugendseelsorge-Verein www.juseso-verein.ch und im Dachverband offener Jugendarbeit DOJ www.doj.ch

Agogische Leitideen der DAJU


Die DAJU bietet ihre Kurse dem Kundenkreis zur freien Wahl an. Sie hat als Stabstelle des Bistums unterstützende und fördernde Aufgaben gegenüber ihrem Kundenkreis, jedoch keine Vorgesetztenrolle oder Weisungsbefugnisse.

Das zentrale Arbeitsinstrument in der Jugendarbeit ist eine authentische und reflektiere Persönlichkeit. Unsere Kurse zielen daher in erster Linie darauf hin, Jugendarbeitende in ihrer klaren, differenzierten Rollengestaltung und reflektierten Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Kenntnis jugendgemässen Methoden und Arbeitsformen. Die Kurse der DAJU sind so gestaltet, dass die Teilnehmenden solche Arbeitsformen erleben, reflektieren und sich auf diese Weise aneignen können.

Der dritte Schwerpunkt ist die Kompetenz Gruppenprozesse zu leiten und zu gestalten. Die DAJU setzt daher in ihrer Bildungsarbeit auf Module, in denen die Teilnehmenden in passenden Bildungsstätten für die Modulzeit auch zusammen wohnen und so intensive Gruppenprozesse direkt erfahren, welche sie in den Kurseinheiten, aber auch in den freien Zwischenzeiten reflektieren können.

Der vierte Schwerpunkt ist die Einführung in einen achtsamen wertschätzenden Umgang mit religiösen Fragen und Sinnfragen, welche in der kirchlichen Jugendarbeit aufkommen. Die uns leitende  Grundhaltung der „Mystagogie“ geht davon aus, dass die Gotteserfahrung bei jedem Menschen auf je eigene Art vorhanden ist. In ihren Kursen fördert die DAJU die Teilnehmenden in der eigenen Sprachfindung für diese Lebensfragen, damit sie ihrerseits Jugendliche in der Sprachfindung begleiten und animieren.

Unsere Qualitätsmerkmale für einen guten Unterricht sind:

  • Jugendarbeitende sind mit ihrer Persönlichkeit ganzheitlich herausgefordert. Die Kursleitung hat die Entwicklung der Einzelnen im Blick und bietet ihre Beobachtungen den Kursteilnehmenden als Entwicklungsanregung an. Dabei orientiert sie sich an einer differenzierten Feedbackkultur.

  • Vielfältige ganzheitliche Methoden kommen zur Anwendung und werden reflektiert. Die Methoden werden so ausgewählt, dass die Teilnehmenden vieles davon wieder selber einsetzen können.

  • Auf den Gruppenprozess wird geachtet und die Lerngruppe gefördert. Die Kursleitenden steuern den Gruppenprozess achtsam, um die Lerngruppe zu stärken. Sie orientieren sich dabei an den Grundzügen der Themenzentrierten Interaktion (TZI).

  • Der spirituelle Umgang orientiert sich an einer mystagogischen Grundhaltung. Die Kursleitenden geben den Teilnehmenden ausreichend Gelegenheit, ihre eigenen Bezüge zu Spiritualität und Religion zur Sprache zu bringen. Auch diesbezüglich ist der Erfahrungsschatz der Gruppe ein wesentlicher Reichtum, der durch die Kursleitung aktiviert werden soll.